Die Entdeckertagskinder in Brohl wollten ihr theoretisches Wissen über verschiedene Baustile und –epochen an praktischen Beispielen anwenden und schauen, ob sie sich wirklich schon gut in diesem Genre auskennen. Das Thema Bauwerke ist seit September das Kernthema für die jungen Forscher.

 

 

Am 27. April bewegten sich die Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und ein eisiger Wind und Nieselregen sorgten dafür, dass den Kindern das kalte Wetter ganz sicher in Erinnerung bleiben wird. Der hochgereckte Daumen vor der Kulisse der St. Kastor-Kirche soll für dieses Mal sagen, dass die Entdeckertagskinder sich in ihrem Wissendurst nicht abschrecken ließen, den Stadtführer viel fragten und feststellen konnten, dass sie viele Bauwerke gut einordnen konnten.

 

Die Stadtführung mit Herrn Böckling startete im Forum Confluentes. Der Name deutet auf den ursprünglich lateinischen Namen Koblenz hin und damit auf den Zusammenfluss von Mosel und Rhein.

Dort erfuhren die Entdeckertagskinder einiges über die Geschichte der Stadt Koblenz und bestaunten im Schaufenster des Mittelrhein-Museums den Originalkopf des Kaiser-Wilhelm-Denkmals, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Am Deutschen Eck steht heute eine Kopie.

Und nun ging es raus in die Kälte auf den Plan.

Tim schreibt dazu:

Früher wurde der Plan als Markt-, Turnier-, und Veranstaltungsplatz genutzt. Er war der erste Platz, der in Koblenz gepflastert war. Die Gebäude wurden im klassizistischen Stil erbaut. In der Mitte wurde der erste öffentliche Trinkwasserbrunnen für Koblenz errichtet. Die ehemalige städtische Schule befindet sich am Plan.

Weiter ging es zur Liebfrauenkirche. Interessant an deren Baustil ist, dass das Kirchenschiff romanisch, der Chor gotisch und die Türme aus dem Barock sind.

Der Schängelbrunnen faszinierte die Kinder natürlich besonders.

Rosalie schreibt:

Mit diesem Brunnen hat man dem Koblenzer Schängel und seinen Streichen ein Denkmal gesetzt. Das Wort Schängel soll vom französischen Jean abgeleitet sein. Der Brunnen ist umringt von Renaissance- und Barockbauten.

In dem Gebäude der früheren Jesuitenschule, das heute das Rathaus beherbergt, suchte die Forschergemeinschaft Schutz vor der Kälte und betrachtete ausgiebig das Deckengemälde.

Anschließend wurde die Fassade der Jesuitenkirche von außen betrachtet und das Staunen war nicht gering, als man hinter dieser betagten Fassade einen sehr modernen Kirchenraum antraf. Die barocke Kirche war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Auf dem Weg zum Görresplatz wurde ein Haus mit Jugendstilelementen entdeckt.

Die Informationen, die Herr Böckling zur Historiensäule erzählen konnte, fanden die Kinder sehr interessant und sie erkannten einige Gebäude darauf wieder.

 

Weiter ging es zur ältesten erhaltenen Kirche Koblenz, zur Kastorkirche. An ihr konnten die romanischen Bauelemente gut beobachtet werden. Vorbei an César Baldaccinis Werk „Le pouce“ (der Daumen), ging es zum Deutschen Eck mit dem Kaiser-Wilhelm Denkmal.

Dies scheint die Kinder am meisten beeindruckt zu haben, denn darüber schreiben im Rückblick die meisten.

Dominik, Maximilian, Levin, Fabian und Amelie berichten:

Am Deutschen Eck fließt die Mosel in den Rhein. Dort steht ein Denkmal von Kaiser Wilhelm I. Es wurde errichtet, um die deutsche Reichsgründung 1871 zu versinnbildlichen. Kaiser Wilhelm reitet auf einem Pferd. Neben ihm steht ein Engel, der die Reichskrone trägt. Die Statue von Kaiser Wilhelm I. ist nachgebaut. Das Original wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen und kippte um. Der Originalkopf ist heute im Museum zu besichtigen, der Rest wurde eingeschmolzen. Das eingeschmolzene Material wurde zu Telefonleitungen verarbeitet. Am Deutschen Eck kann man steile Treppenstufen zum Denkmal hinaufgehen. Neben den 16 Fahnen der deutschen Bundesländer befinden sich am Deutschen Eck auch die Fahne der USA und die Europaflagge. Die Fahne der USA soll an den 11.September 2001 erinnern, als das World Trade Center in New York zerstört wurde.

Ganz in der Nähe fährt eine Seilbahn hoch zur Festung Ehrenbreitstein. In den Gondeln hat man einen guten Blick auf die Mündung der Mosel.

Doch zunächst ging es vorbei am Schöffenhaus und am Alten Kaufhaus, die sich im spätgotoschen Stil mit barocken Anklängen präsentieren, zurück in das warme Forum Confluentes, wo das Mittagessen in trockener und angenehm warmer Umgebung eingenommen werden konnte.

Den Augenroller am Alten Kaufhaus fanden die Kinder natürlich auch sehr interessant. Um ihn rankt sich eine haarsträubende Geschichte um einen Raubritter. In Verbindung mit dem darüberliegenden Uhrwerk rollen die Augen hin und her. Zu jeder vollen und halben Stunde streckt er zusätzlich die Zunge raus.

Das Highlight war schließlich die Gondelfahrt zur Festung Ehrenbreitstein.

Die Festung wurde schon vor 1000 Jahren errichtet, dann aber von Napoleons Truppen zerstört und vor etwa 200 Jahren in der heutigen Form neu aufgebaut.

Viel gesehen, viel gehört, viel gefroren und manches behalten – das war unser Tag in Koblenz! Schön war es auf jeden Fall!


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